Büro & Arbeit/Mehrfamilienhäuser

Überbauung Gottlieben

Der Gottliebenrain liegt am östlichen Ortsausgang von Meggen und definiert zusammen mit der Magdalenenkirche die Kreuzung zwischen Kantonsstrasse und Sammelstrasse aus den umliegenden Wohnquartieren. Der Kirchturm bildet das identitätsstiftende Merkmal in der unmittelbaren Umgebung. Die bestehende Bebauungsstruktur weist trotz einem sehr heterogeneren Muster eine mehrheitlich kubische Formensprache auf. Die neue Wohn- und Gewerbeüberbauung teilt die beiden Nutzungen in klar ersichtlich unterschiedliche Volumen. Während die Gewerbeflächen entlang der Gotthardstrasse um südlichen Teil des Grundstückes positioniert werden stehe die drei neuen Wohngebäude am höchsten Punkt entlang der nördlichen Parzellengrenze. Das Gewerbe erhält auf diese Art und Weise eine gute Sichtbarkeit entlang der Hauptstrasse und die Wohnungen eine optimale Position für die Sicht auf den Vierwaldstättersee und die ersten Bergketten der Schweizeralpenlandschaft. Mit der Aufteilung der Wohneinheiten in drei gleiche Gebäudevolumen erhält die Überbauung eine sich gut in die bestehende Bebauungsstruktur integrierte Massstäblichkeit. Sowohl die Erschliessung für die Gewerbeflächen als auch die Zufahrt in die Einstellhallte erfolgt über die bestehende Busschleife. Das Gewerbe erhält so eine eigene Erschliessungsstrasse. Die Wohnungen sind über die bestehende Strasse entlang der nördlichen Parzellengrenze erschlossen. Sekundäre Ausgänge im Gartengeschosse ermöglichen zudem eine direkte Verbindung zu den gemeinsamen Aussenflächen.

Auftragsart

Wettbewerb

Bauherr

Mobimo AG

Jahr

2018

Auszeichnung

1. Preis und Bauauftrag

Adresse

Gottliebenrain
6045 Meggen

Visualisierer

  • Scheitlin Syfrig Architekten

Die drei Wohneinheiten verfügen über einen zentral angelegten Erschliessungskern. Pro Geschoss sind wahlweise zwei oder drei Wohnungen angeordnet. Das orthogonalen Grundrisssystem ermöglich unterschiedliche Konfigurationen in der räumlichen Disposition. Der grosszügige Eingangsbereich übernimmt nicht nur die Funktion des Entrees, sondern erschliesst sämtliche Räume. Dies ermöglicht eine Raumaufteilung ohne unnötige Gangsituationen. Mit Ausnahme der 2.5 Zimmer Einheit verfügen sämtliche Wohnungen über eine dreiseitige Orientierung. Der Nachtbereich ist grundsätzlich auf der lärmabgewandten und kühleren Nordseite angelegt. Der Tagbereich liegt an der Südseite und profitiert optimal vom Tageslicht und dem Alpenpanorama. Als räumliche Erweiterung dienen grosszügige Aussenräume in Form von Terrassen oder privaten Gartensitzplätzen. Der Gewerbebau ist auf Grund der maximalen Gebäudelänge in zwei Einheiten geteilt. Ein rückwärtig liegender Infrastrukturblock ermöglich eine flexible Raumaufteilung. So entstehen vermietbare Gewerbeflächen zwischen 60 bis maximal 370 m².

Der eingeschossige Gewerbebau bildet die erste Terrasse der neuen Wohnüberbauung. Analog zur Kirche entsteht eine grosszügige Gartenlandschaft als Vordergrund der Wohngebäude. Die drei Wohngebäude weisen als primäre Struktur ein räumliches Betonnetz auf in welchem die einzelnen Wohneinheiten ablesbar sind. Die aus Metall erstellten sekundären Elemente trennen die Einheiten in den Tag- und Nachbereich. Während diese im Nachtbereich raumhoch ausgebildet sind unterstreichen die horizontalen Elemente den Tagbereich. Die unterschiedlich tiefen Terrassenflächen bilden einen fliessenden Übergang zwischen Aussen und Innen. Die massiven Brüstungen definieren den Tagbereich und fokussieren zugleich den Ausblick auf den See und die Berge.

Weiche, geschwungene Formen bilden einen Kontrast zur Architektur und schaffen so einen Übergang zur lieblichen Landschaft. Zentrales Element der Freiraumgestaltung ist der mäandrierende Platz, welcher sich über das Dach des Gewerbebaus erstreckt und als gemeinschaftlich genutzter Bereich den Anziehungspunkt der Neubausiedlung bildet. Malerische Kleinbäume in den Gebäudezwischenräumen setzen Akzente und zonieren den Raum.

Eine üppige, wolkenartige Gehölzpflanzung prägt und zoniert den Aussenraum, schafft Privatsphäre und bettet die unterschiedlich genutzten Flächen ein. Kleinbäume fliessen zwischen den Gebäuden hindurch und bereichern den Freiraum sowohl mit einer zusätzlichen Ebene als auch mit einem weiteren jahreszeitlichen Aspekt.

Der zentrale, mäandrierende Platz kann unterschiedlich genutzt werden. Spielbereiche für alle Altersgruppen sowie ein gemeinschaftlich genutzter Pavillon/Aussenbereich erfüllen die primären Anforderungen an einen Siedlungsaussenraum. Je nach Form können weitere Nutzungsebenen hinzukommen, wie zum Beispiel Nutzgartenflächen. Der Mäander wird direkt über Gebäude erschlossen und erhält so einen sehr privaten, introvertierten Charakter.

Die Parzelle 394 liegt in der 3 -geschossigen Wohn-/Geschäftszone welche der Lärmempfindlichkeitsstufe ES III zugeordnet ist. Gemäss Studienauftrag muss im nördlichen Teil des Grundstücks aufgrund der Wohnnutzung die Lärmempfindlichkeitsstufe II eingehalten werden. Sollten die Immissionsgrenzwerte der ES II bei den lärmempfindlich genutzten Wohnräumen überschritten sein, so können bei den geplanten Balkonen mit 1.0 m hohen akustisch als Hindernis wirkenden Brüstungen und schallabsorbierenden Deckenuntersichten die Immissionsgrenzwerte eingehalten werden. Weitere Lärm- schutzmassnahmen (wie beispielsweise Schalldämmlüfter) werden somit nicht nötig sein. Bei den lärmempfindlich genutzten Gewerberäumen kann aufgrund des Strassenabstands der Immissionsgrenzwert der Lärmempfindlichkeitsstufe ES III für Betriebsnutzung eingehalten werden.

Überbauung Gottlieben, Gottliebenrain, 6045 Meggen