Sport

Stadion Allmend

Eine netzartige Betonstruktur bildet die äussere Fassade für das neue Fussballstadion: Das Gewicht des Betons hält die Auskragung des Stadiondaches ähnlich einem Kran im Gleichgewicht, ein Licht- und Schattenspiel erzeugt eine stimmige und unverwechselbare Atmosphäre. Den Wettbewerbsbeitrag haben Scheitlin Syfrig Architekten und Lussi+Halter Architekten zusammen erarbeitet.

Auftragsart

Wettbewerb

Bauherrschaft

Privat

Jahr

2007

Auszeichnung

2. Preis

Adresse

Howerstrasse 91
6005 Luzern

Visualisierungen

  • Scheitlin Syfrig Architekten

Eine neue Sportarena in der Allmend Luzern erfordert einen sensiblen Umgang mit den öffentlichen Flächen und Freiräumen. Die Allmend ist per Definition jener Teil der Stadt, wo die Gemeindemitglieder das »Recht zur Nutzung« haben. In der heutigen Zeit beschreibt es einen grossflächigen zusammenhängenden Stadtraum, der verschiedene öffentliche Nutzungsbedürfnisse abdeckt wie Sport, Freizeit und naturnahe Erholung. In der Luzerner Allmend befinden sich neben den Erholungsgebieten Trainings- und Wettkampfanlagen, Anlagen für die Armee und den Reitsport, Familiengärten und die Hallen der Messe.

Das städtebauliche Konzept des Entwurfes basiert auf dem Hintergrund des Allmendgedankens, indem neue öffentliche Freiräume einen Mehrwert für die Stadt bedeuten: Eine ausgedehnte Esplanade parallel zur Horwerstrasse dient als Vorzone zu den Messehallen und der Pilatusarena mit dem Fussballstadion, der Pilatustherme und dem Hotel Pilatustherme. Der Freiraum erstreckt sich nördlich von der neuen S-Bahnstation bis zum Zihlmattweg im Süden. Ein weiterer öffentlicher Aussenraum bildet die erhöhte Hauptebene des Stadions und die Dachterrasse der Pilatustherme. Grosszügige Treppen und Rampen verbinden die Esplanade mit der Terrasse. Die erhöhte Lage bietet eine schöne Sicht über die Allmend bis hin zum Pilatus und zu den Hügelketten des Biregg und des Sonnenbergs.

Das Konzept sieht vor, dass die Lumaghalle nicht von der neuen Sportarena überbaut wird, sondern mit den zukünftigen Hallen der Luga und der Festhalle ein eigenständiges Ensemble bildet. Die Lumag-Halle kann durch eine Decke im Erdgeschoss neu eine Tiefgarage im Untergeschoss beherbergen. Die Ausstellungen erfolgen dann ohne Niveaudifferenzen und das Tribünendach kann mit der Erhöhung der bestehenden Stahlkonstruktionen erneuert werden. Die Messe kann ihren Betrieb unabhängig vom Bau der Sportarena betreiben und sich losgelöst von der Sportarena entwickeln. Diese kann ohne Abhängigkeit zur Messe besser funktionieren.

Die Pilatusarena ist wirtschaftlich eng verbunden mit der Zusatznutzung. Diesem Umstand wird nicht nur in ökonomischer Weise Rechnung getragen, sondern vor allem auch in städtebaulicher Hinsicht. Die Allmend ist gegliedert und aufgeteilt in grosse Nutzungsfelder wie zum Beispiel die Leichtathletikanlagen, die Fussballfelder, die Reitanlagen und die Baufelder der Armee oder der Messe. Das Konzept sieht vor, dass die Pilatusarena mit der Zusatznutzung ein solch grossmassstäbliches Nutzungsfeld besetzt: Das Fussballstadion, das Thermalbad sowie die Zusatznutzungen Wohnen und Hotel bilden zusammen eine gebaute Grossform. Im eingeschossigen Sockel sind alle Nutzungen der Pilatusarena untergebracht.

Die Dachfläche des Sockels ist als Terrasse öffentlich zugänglich. Während den Fussballspielen werden in der Aufmarsch-Vorzone die Zugänge vor den Treppen und Rampen gesichert.

Eine schwebende Dachkonstruktion definiert den geschützten Zugang ins Stadion. Ein hofartiges Atrium auf der erhöhten, privaten Dachterrasse belichtet das Thermalbad. Eine Wohnzeile mit grossen Öffnungen in der Fassade am südlichen Ende der Komposition orientiert sich Richtung parkähnlichem Freizeitraum, abgewandt vom störenden Betrieb des Fussballstadions. Das Hotelhochhaus an der südwestlichen Ecke der Grossform markiert den städtebaulichen Übergang von der Stadt zur Peripherie. Hochhäuser in der Stadt Luzern sind meistens an den Randzonen der Stadtgrenzen an städtebaulich wichtigen Orten erkennbar, so das Alvar Alto Haus im Schönbühl, der Büroturm beim Verkehrshaus, das Sentihochhaus bei der Autobahnausfahrt oder das von der Allmend sehr gut sichtbare Hochhaus der Altersiedlung Eichhof. Das neue Hochhaus in der Allmend spannt mit den bestehenden Hochhäusern der Stadt einen virtuellen Raum über das Stadtgebiet auf.

Durch die Ausdehnung und Situierung des Stadions entsteht zwischen den neuen Bauten und der Horwerstrasse ein ausgedehnter öffentlicher Freiraum, welcher mit drei grossen, bekiesten Baumfeldern strukturiert wird. Diese werden mit teilweise vorhandenen Eichen bzw. Platanen bepflanzt und dienen als Retensionsfläche für das anfallende Regenwasser der umliegenden Flächen. Die Baumfelder vermitteln nicht nur zwischen der urbanen Atmosphäre dieses Ortes und dem naturhaften Aspekt der umliegenden Allmend, sie zonieren auch die Verkehrs- und Aufenthaltsbereiche. Diese Freiräume, welche im Sommer Schatten spenden, sind ausgestattet mit Sitzbänken und Brunnen und bieten Raum für verschiedenste Nutzungen und eine Bühne für das öffentliche Leben. Die ausgedehnten umliegenden Freiflächen werden mit einem hellen Asphaltbelag ausgebildet.

Stadion Allmend, Howerstrasse 91, 6005 Luzern