Sport

Eis- und Eventhalle Visp

Die neue Eis- und Eventhalle füllt die städtebauliche Lücke zwischen der Kantonsstrasse und der Seewjinenstrasse. Mit einer Gesamtfläche von rund 5’700m2 und einer maximalen Gebäudehöhe von 15m, die in Richtung Süden leicht abfällt, fügt sie sich trotz ihrer Grösse in die heterogene Bebauungsstruktur ein. Durch das zur Hauptstrasse parallel gesetzte Eisfeld entstehen für die Nutzung im Norden und im Süden zwei adäquate Aussenräume und Vorzonen. Der gegenüber der Kantonsstrasse leicht zurückversetzte Baukörper unterstützt diese räumliche Grundidee.

Auftragsart

Wettbewerb

Bauherr

Gemeinde Visp

Auftraggeber

Totalunternehmer Frutiger

Jahr

2016

Kooperationspartner

rollimarchini

Auszeichnung

1. Preis und Bauauftrag

Adresse

Seewjinenstrasse
3930 Visp

Visualisierer

  • Maaars
  • Scheitlin Syfrig Architekten

Der Großteil der Besucher betritt die neue Eis- und Eventhalle durch den Haupteingang auf der Südseite des Gebäudes direkt an der Kantonsstrasse. Das Gebäude erhält so einen adäquaten Auftritt an der Hauptstrasse. Die bestehenden Pappelbäume unterstreichen diese Präsenz, markieren den Haupteingangsbereich und wirken sie als Filter zwischen der Stadionvorzone und der Hauptstrasse. Gegenüber auf der Nordseite des Gebäudes befinden sich die Zugänge für die Spieler, die VIPs, das Personal, den öffentlichen Schlittschuhlauf sowie für die Infrastruktur der Anlage. Der bestehende Werkhofplatz kann zudem für weitere logistische Bedürfnisse ins Konzept einbezogen werden. Auf der Ostseite des Gebäudes besteht die Möglichkeit einen separaten Gästesektor auszuscheiden. Die Gäste erhalten so einen separaten Zugang ins Stadion direkt zu ihrem Stehplatzsektor hinter dem Torraum.

Mit der Grundidee das Eisfeld und somit auch die beiden Längstribünen parallel zur Hauptstrasse auszurichten, können die nutzungsspezifischen Anforderungen trotz der doch eher geringen Platzverhältnisse problemlos erfüllt werden. Neben der möglichen Aufteilung in drei Zugangssektoren, können auf diese Art und Weise auch die Besucherströme zur Eis- und Eventhalle optimal koordiniert werden. Zudem sind die lärmintensivsten Bereiche am weitesten vom Wohnquartier entfernt. Die Infrastrukturzone auf der Nordseite ist so platziert, dass allfällige Erweiterungen auf dem bestehenden Werkhofareal problemlos angeschlossen werden können.

Die neue Eis- und Eventhalle besitzt neben den Fassaden zwei primäre raumbildende Elemente, die das Gebäude in die jeweiligen Nutzungsbereiche aufteilen. Zum einen ist es die ums Eisfeld angelegte Tribünenanlage mit den dazugehörigen Unterbauelementen, zum anderen die im Norden des Gebäudes angelegte Infrastrukturzone mit den unterschiedlichen Eingängen, den Restaurants, den vertikalen Erschliessungen, den VIP-Logen sowie den Büro- und Technikbereichen. Mit Hilfe dieser beiden Elemente entsteht im Erdgeschoss eine zusammenhängende Zirkulationsfläche die je nach Nutzung als Ganzes oder mit Hilfe von Trennelementen in einzelnen Sektoren genutzt werden kann. Dies gewährt einen optimalen Betreib sowohl für das Eisstadion als auch für die Eventhalle.

Im Erdgeschoss gelangt man über die unterschiedlichen Zugänge in die zusammenhängende Zirkulationsfläche an der sämtliche Nutzungseinheiten angebunden sind. Neben Verpflegungsständen, Toilettenanlagen, Lagerräumen und Infrastrukturräumen für das Eisfeld, befinden sich sämtliche Treppenaufgänge und Durchgänge in den Unterbauelementen der Tribünenanlage. Der Umgang ist somit nicht nur als Zirkulations- sondern auch als polyvalente Fläche für diverse Veranstaltungen nutzbar. So zum Beispiel als Foyer für Events oder Ausstellungen. Diese Idee wird zusätzlich unterstützt durch die ebenerdige Anbindung des Umgangs an den inneren Boden der Halle. Durch einen der neun Eingänge gelangt man so vom Foyer direkt in die Halle. Währen dem Eisbetrieb werden diese Zugänge geschlossen und man gelangt aus dem Umgang über die Treppenanlagen auf die Tribünen.

Die Tribüne ist in vier Sektoren aufgeteilt. Je nach Szenario finden bis zu 5’000 Besucher auf den Rängen platz. Während sich die Stehplätze hinter den beiden Torräumen befinden, sind die Sitzplätze vorwiegend auf der Haupt- und Gegentribüne angelegt. Je nach Bedürfnis können die Sitzeinheiten beliebig im Bereich der Stehplätze erweitert werden. Mit dem Anheben des ersten Rangs auf eine Höhe von rund 2.30m geniessen sämtliche Plätze eine optimale Sicht auf das Eisfeld.

Über die vier Betonkerne auf der Nordseite des Erdgeschosses werden die unterschiedlichen Infrastruktur-Nutzungen erschlossen. Zwei Treppen- und Liftanlagen gewährleisten die vertikale Verbindung zwischen dem Erdgeschoss und den einzelnen Restaurationsbetrieben sowie dem Untergeschoss der Eis- und Eventhalle. Dieses ist nur mit Ausnahme des Eiskanals im nördlichen Bereich des Eisfeldes unterkellert und kragt im Norden etwas über die darüberlegenden Geschosse aus. Dies ermöglicht bei einer allfälligen Erweiterung im Bereich des bestehenden Werkhofes einen nahtlosen Anschluss ohne dabei die Zugänge im Erdgeschoss zu beeinträchtigen. Mit dem zentralen Erschliessungsgang in der Mitte des Untergeschosses gelangt man in sämtliche Garderobenbereiche. Die beiden Quergänge verbinden die Umkleidezonen direkt mit dem Eisfeld. In den oberen Geschossen trennt die zentrale Erschliessungszone die Fläche in die jeweils unterschiedlichen Nutzungseinheiten.

Eine laterale Zone im zweiten Obergeschoss in welcher zusätzliche Infrastruktur Elemente sowie die VIP-Logen integriert sind verbindet das Stadion mit den Restaurationsbetrieben. Darüber befindet sich auf dem Dach ein grosser Teil der Haustechnik- und Lüftungsanlagen. Über eine Druckkammer wird die Frischluft direkt ins Lüftungskanalsystem zwischen den Dachträgern eingelassen. Die über das Dach hochgezogene kontinuierliche Fassade integriert die Haustechnikanlagen ins Gesamterscheinungsbild.

Der Gesamtausdruck ist charakterisiert von einer zum Haupteingang gerichteten zweiteiligen Fassade. Zur Strasse hin erhöht sich der transparente Fassadenanteil und verstärkt die Verbindung zwischen Innen und Aussen. Der Vorplatz erstreckt sich räumlich von der Strasse bis zum Aufgang der Tribüne hin. Die feingliedrigen Betonstützen, welche sich über die ganze Fassadenhöhe erstrecken, fassen über alle vier Fassaden das neue Gebäudevolumen zu einem Ganzen zusammen. Im Gegensatz zur Nordseite, wo die Besucher über die ganze Fassadenbreite Eintritt ins Gebäude finden, beinhaltet die Südseite präzise gesetzte Öffnungen, die den Besucher klar von den Betrieblichen Zugängen trennt. Das zweite, opake Fassadenelement besteht aus einem Profilblech das in einem Verlauf über alle vier Fassaden immer mehr Flächenanteil gegenüber den transparenten Elementen besitzt. Die Perforation in den Blechelementen sorgt für genügend Lichteinfall in den dahinter liegenden Räumen der im Norden liegenden Infrastrukturzone.

Eis- und Eventhalle Visp, Seewjinenstrasse, 3930 Visp