Sport

Am Quai

Die Setzung und Adressierung des Neubauvolumens orientiert sich an der bestehenden Situation und Erschliessung des Freibades sowie dem aktuellen Masterplan der Sportanlagen Buechenwald. Ziel ist die Herstellung eines möglichst direkten Bezugs zum Bahnhof und damit dem Zentrum der Stadt Gossau sowie kurze Wege zu den Auto- und Fahrradabstellplätzen. Die Eingangssituation, welche folglich nach Westen ausgerichtet ist, erweitert die bestehende Erschliessung der Freibadanlagen und fasst somit den Zugang des neugebauten Hallenbades und des Freibades zu einer Adresse zusammen. Die differenzierten Nutzungsvarianten der Aussen- und Innenanlagen werden so möglichst effizient verbunden, beziehungsweise die Trennung der Eintritte von Hallen- und Freibad oder deren Kombination einfach ermöglicht. Die Grundrissdisposition folgt dem Gedanken der Funktionalität. Die simple Anordnung der Raumabfolgen garantiert eine einfache und intuitive Orientierung innerhalb des Gebäudes und gleichzeitig eine Optimierung der Flächennutzung. Die Konzeption des Neubaus setzt die geplanten Wasserflächen in Beziehung zu den bestehenden Bassins des Freibades und die Verkehrs- und Funktionsflächen in Relation zur Westfassade, welche durch die von aussen sichtbaren Bewegungen der Besucher in Richtung der Garderoben, beziehungsweise dem Ausgang aktiviert wird. Die Verschiebung des Volumens in zwei Teile entlang der Längsachse generiert die beiden gefassten Aussenräume, welche als öffentliche Terrasse im Eingangsbereich und Anlieferung in Richtung Parkplätze dienen. Die Anlieferung bietet genügend Platz für den Umschlag aller Materialien, welche für den Betrieb des Hallenbades benötigt werden. Zusätzlich dazu besteht im Nordteil neben dem Eingang zum Freibad eine Möglichkeit zur Anlieferung kleinerer Mengen Material für die Restaurationsbetriebe. Die grosszügige Terrasse im Norden, auf die Mittelachse des aussenliegenden Olympiabeckens ausgerichtet und gleichzeitig von Stützenreihen gefasst dem Hallenbad zugewiesen, agiert als Bindeglied von Hallen- und Freibad. Sie ist von beiden Seiten zugänglich und generiert so die Qualität eines Aussenraumes, welcher von allen Besuchern gleichzeitig genutzt werden kann. Zusätzlich ermöglicht die Positionierung eines Büroraumes am Kopf des Volumens zwischen Terrasse und Eingang die Möglichkeit, Besuchern welche nur die Restaurationsbetriebe nutzen, Einlass zu gewähren. Das Volumen tritt in seiner gesamten Gestalt städtebaulich als leichter Pavillon in Erscheinung, welcher über den massiven Sockel die Verbindung zum Baugrund hält, ohne schwer zu wirken.

Auftragsart

Wettbewerb

Bauherrschaft

Stadt Gossau

Auftraggeber

Stadt Gossau

Jahr

2018

Auszeichnung

4. Preis

Ort

Gossau

Visualisierungen

  • Scheitlin Syfrig Architekten

UMGEBUNG: Die Orientierung des neuen Gebäudekörpers weisst eine klare Adressierung und Präsenz gegenüber der Hauptzugangsrichtung im Nord-Westen auf. Ein frühes Umlenken des motorisierten Verkehrs, ab der Sportstrasse in die neu erstellten Parkplätze, ermöglicht es die inneren Platzflächen komplett verkehrsfrei zu halten und den neuen Sportanlagen am Standort Buchenwald einen angemessenen Auftritt mit hoher Flexibilität zu verleihen.

Fussgänger betreten, durch die bestehende Personenunterführung kommend, eine grosszügige offene Platzfläche, welche visuelle Beziehungen zum Haupteingangsbereich des Hallen- bzw. Freibads, aber auch zu den neu erstellten Freizeitangeboten herstellt. Ein Ortbetonbelag, in Besenstrich mit unregelmässigem Fugenbild lässt eine offene, repräsentative Entrée-Situation entstehen. Das streifenförmige Oberflächenmuster entwickelt sich weiter gegen Süden, vereinheitlicht die Platzgestaltung und dient im Westen als Zufahrten auf den Parkplatz. Die 72 ständigen Parkplätze sind in Kies gehalten und lediglich durch Betonradabweiser stirnseitig markiert. Frei eingestreute Baumgruppen überstehen diese Kiesbereiche, entwickeln sich in freier Stellung ebenso in die Platzflächen gegen Osten und schaffen hier schattige Aufenthaltsbereiche. Das Mobiliar, wie Poller und Sitzbänke, kann im Veranstaltungsfall demontiert werden und die westseitige Platzfläche als Bedarfsparkplatz genutzt werden. Eine grosse Fläche zum Stellen des Festzeltes wird gegen die Hauptzugangsrichtung im Norden freigehalten.

Die Ost- West verlaufende Durchwegung der neuen Sportanlagen zieht sich wie ein »Fil-Rouge« durch die gesamte Anlage. Auftakt bildet die grosszügige Fläche des Skateparks. Flankiert durch baumüberstandene Kiesflächen zum Aufenthalt, Spiel und Streetworkout, sowie einer Kiesfläche zum Fallschutz an der Kletterwand bildet diese einen ersten Hot-Spot im Sportgebiet Buchenwald. Geradlinig verläuft der in Asphalt gehaltene Weg, begleitet durch Wiesenflächen und Gehölzsaum, gegen Westen. Verschieden programmierte Flächen für Fitness, Pétanque, Aufenthalt und Kinderspiel formen eine Perlenkette welche sich bis zu dem naturnahen Familienspielplatz im Westen erstreckt.

Das Freibad wird an prominenter Lage direkt über die neue Platzfläche im Norden betreten. Ein pavillonartiger Gebäudekörper, mit den Umkleiden und der Infrastruktur, schafft eine klar definierte Zugangssituation. Flächen für Pétanque, Beachvolleyball und Liegewiesen entwickeln sich sinngemäss aus dem Bestand und binden die neue Situation optimal in den Bestand ein.

Ein auf dem Gebäudesockel liegender Terrassenbereich für die Restauration wird in Ortbeton mit einer Recyclingglaseinstreu materialisiert. Die Materialität und das unregelmässige Fugenbild stellen Bezüge zur Platzfläche her und verschiedene Blautöne der Betonoberfläche verknüpfen die Aussenbecken des Freibads mit den neu erstellten Schwimmbecken im Innenbereich.

STRUKTUR: Der geplante zweigeschossige Neubau wird in Massivbauweise ausgeführt. Das Dach oberhalb des Hallenbads besteht aus vorfabrizierten, vorgespannten Betonträgern mit einer Höhe von 1.50 m und einer Breite von 40 cm, mit denen sich die Spannweite von etwa 22 m wirtschaftlich überbrücken lässt. Oberhalb der Träger befinden sich 8 cm starke Elementdecken, welche mit dem 12 cm starken Überbeton eine aussteifende Deckenscheibe bilden. Die Betonträger stützen sich auf die Elementstützen. Die Zwischenräume der Stützen in der Fassade, werden mittels Betonelementen mit Abmessungen von 2.70 x 0.25 m ausgefacht und bilden so einen umlaufenden Kranz an dem die Fassade montiert werden kann. Die Schwimmbecken sind entkoppelt von der Tragkonstruktion.

Am Quai, 9200 Gossau