Altenwohnheime & Kliniken/Mehrfamilienhäuser

Weinbergli

Das Stadtgebiet Unterlachen/Tribschen, im Geviert zwischen See, Bahnlinie und der Hügelkette Biregg wandelt sich von einem peripher gelegenem Gewerbegebiet in einen hochfrequentierten Stadtraum zwischen Stadtzentrum und dem Mattenhof/Schönbühl. Der Projektvorschlag mit den drei prägenden Baukörpern ergänzt die mehrheitlich gewerblich genutzte Liegenschaft und bildet somit südlich des Tribschengebietes einen neuen belebten Raum.

Bauherrschaft

Swiss Prime Anlagestiftung

Jahr

2016

Auszeichnung

1. Preis

Adresse

Weinbergli 3
6005 Luzern

Visualisierungen

  • Scheitlin Syfrig Architekten

Städtebau
Das Langhaus im Zentrum der Anlage bildet entlang der Parzelle den östlichen Abschluss und grenzt die zu bebauende Fläche klar ab. Das nördliche Gebäudepaar festigt die städtebauliche Grundordnung an diesem schnelllebigen Ort, schliesst die Siedlung zur Strasse hin ab, und tragt so zu einem hohen städtebaulichen klar definiertem Ort bei. Die Häuser spielen die heterogene Bebauungsstruktur der benachbarten Gebieten weiter und werden zu einem wichtigen Abschnitt der Silhouette der Achse Bahnhof Luzern – Schönbühl. Der etwas dezentrale Punktbau, in der südöstlichen Ecke des Grundstücks, vermittelt als eigenständiger Baukörper zwischen dem im Südosten angrenzenden kleingliedrigen Wohnquartier und dem grossmasstäblichen Gewerbegebiet.

In einem harmonischen Zusammenspiel zwischen dem Langhaus, dem Kopfhaus und der bestehenden Liegenschaft wird eine hofartige Situation geschaffen. Durch die Einschnitte in die neu gebildete Blockrandbebauung entsteht eine Wechselbeziehung zwischen dem dynamischen Stadtraum und dem zurückgezogenen Hof. Der erhöhte Platz über der bestehenden Parkierungsanlage wir in drei Himmelsrichtungen geöffnet und wird so zur neuen Verbindung zwischen dem Geissensteinring und dem Tribschenquartier. Durch die Vielzahl unterschiedlicher Nutzungseinheiten erfährt das neu gebildete Herzstück der Anlage eine gewisse Öffentlichkeit. Die publikumsorientierten Nutzungen im 1. Obergeschoss dient als Motor zur Belebung des städtischen Lebenszone. Es soll ein Leben unter dem freien Himmel, auf dem Platz, unter den Bäumen und den Arkaden ermöglichen. Dazu dient das im 1. Obergeschoss angeordnete Bistro mit einer Aussenterrasse, analog dazu die bestehende Mensa im Gewerbegebäude, die Verbindungsachse so wie die über den Hof erschlossenen Wohngeschosse. Der Hof erfährt eine adäquate Gestaltung für die angrenzenden öffentlichen Nutzungen. Auf einem Teppich aus Kies werden zwei Baumhaine sowie ein Wasserbecken als prägende Elemente angeordnet. Die Kleinbäume stehen in sitzhohen Pflanzgefässen, welche zusätzlich mit Stauden bepflanzt sind. Die mehrstämmigen Kleinbäume stehen in Kontrast zu den klaren Formen des Innenhofs und machen durch ihre Blüten und Herbstfärbung die jahreszeitliche Dynamik ablesbar. Von den Rändern des Kiesteppichs entwickeln sich Sitzmöglichkeiten in unterschiedlichen Längen bis in die Fläche hinein. Als Herzstück des Innenhofs bildet das sitzhoch ausgebildete Wasserbecken einen Ankunftsort und Treffpunkt.

Fussgängererschliessung
Das nördliche Gebäudepaar an der Achse Tribschen-Schönbühl erreicht man ebenerdig über das Strasseniveau. Die Strassenfassade dient sowohl der Adressbildung wie auch den Hauptzugängen in die Siedlung. Hier wird der Fussgängerbereich bis an den Gebäudefuss gezogen. Optisch entsteht eine platzartige Situation, welche durch Hochstammbäume vom Strassenraum abgegrenzt wird. Flankiert von den öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss sind die Wohnungen resp. die Pflegestation jeweils über eine grosszügige Eingangshalle erreichbar.

Von diesem Vorplatz führt eine Treppe hinauf zum halböffentlichen Innenhof. Im Osten sowie im Süden führen ebenfalls Treppenaufgänge zum Innenhof. Im Hof gelangt man über einen sekundären Eingang zu den Wohnungen und Pflegezimmern. Das Punkthaus ist primär über den Geisstensteinring erschlossen. Ist aber auch über den Hof und die Treppenanlagen erreichbar.

Verkehrserschliessung
Für den motorisierten Individualverkehr sowie für die Fahrräder dient nach wie vor die Einmündung am Geissensteinstring im Süden der Anlage. Die gesamte Parkierung wird an diesem Knotenpunkt geregelt. Die bestehende Einfahrt in das im Erdgeschoss liegende Parking wird durch das Langhaus erweitert. Dies deckt das Parking der Bewohner, die Fahrrad Parkierung sowie die Anlieferungen ab. Je nach Verteilschlüssel der Parkierung, kann das Parking für das Gewerbe sowie das Gebäude auf der Parzelle 1367 im erweiterten 1. Untergeschoss und im bestehenden 2. Untergeschoss sein. Eine kleinere Einstellhalle befindet sich im Untergeschoss des Punkthauses. Die à Niveau-Einfahrt in das Punkthaus, sowie die Nutzung der bestehenden Erschliessung, führen zu einer kostengünstigen Lösungen, da auf aufwendige Rampenbauwerke verzichtet werden kann. Der Hauptteil der Veloparkplätze wird ebenfalls über die bestehende Einfahrt und das Parking erschlossen. Veloparkplätze für Besucher befinden sich sowohl vor dem Punkthaus als auch auf dem Vorplatz entlang der Tribschenstrasse.

Nutzung
Langhaus: Die Pflegestation kann bequem über die im Erdgeschossliegende und zur Strasse hin orientierte Rezeption erreicht werden. Die im 1. Obergeschoss angelegte Rue Intérieur verbindet die öffentlichen Nutzungen der Pflegestation. Eine zweite, in einer untergeordneten Rolle, erschliesst westseitig zum Nachbargebäude hin, die Nebenräume der Alterswohnungen resp. der Pflegeabteilung. Trotz der Länge des Gebäudes, sind alle innenliegenden Nutzungen geschützt erreichbar.

Über die im 2. und 3. Obergeschoss angedachte Pflegabteilung, liegen die Alterswohnungen. Das Konzept schlägt eine absichtliche offene Situation zwischen den Alterswohnungen und der Pflegeabteilung vor. Die Verfasser sind der Meinung, dass gerade in dieser Situation, ein kommunikatives und soziales Umfeld von Nöten ist.

Die restlichen Nebenräumen sind im hinteren Teil, angrenzend an das Parking im Erdgeschoss angedacht. Der Technikraum nimmt einen Teil des bestehenden Untergeschosses, direkt unter dem Gebäude in Anspruch.

Kopfhaus: im Erdgeschoss zur Strasse hin, stehen zwei grosse Retailflächen zur Verfügung. Die Zentrale Halle des Haupteingangs führt die Bewohner über die zwei flächeneffizienten Treppenhäuser in die Wohnungen. Im 1. Obergeschoss, hofseitig sind kommunikative Nutzungen angeordnet. Der Waschsalon, der Mehrzweckraum oder das Atelier sollen den Hof über der Einstellhalle zusätzlich beleben. Darüber sind in einer sich wiederholenden Geschossigkeit Wohnungen angeordnet. Als alternative dafür können diese zu Studenten Wohnungen umstrukturiert werden. Sämtliche Nebenräume befinden sich nahe – zu den Wohnungen – im Kern der Geschosse. Der Technikraum ist direkt unter dem Gebäude, im neuen Einstellhallenteil untergebracht.

Punkthaus: Im Gegensatz zu dem Gebäudepaar im Norden, verfügt das Punkthaus über ein sichtbares Untergeschoss. Das vom nördlichen Platz à Niveau zugängliche Geschoss, ist zu einem Drittel strassenseitig (Geissensteinring) eingegraben. Dies ermöglicht es, in der vorgegebenen maximalen Gebäudehöhe ein zusätzliches, nicht anrechenbares Geschoss zu realisieren. In diesem umschriebenen Geschoss ist ein Teile der gesamten Parkierung untergebracht, dazu noch der Technikraum untergebracht. Die Keller der Wohnungen sind ein Geschoss tiefer angelegt. Die Wohnungen sind über den Geissensteinring ebenerdig erschlossen. Ein im Zentrum angeordneter Erschliessungskern führt die Bewohner zu ihren Wohnungen.

Weinbergli, Weinbergli 3, 6005 Luzern