Sport

Neubau Hallenbad Oberdorf

Der Projektvorschlag »Wasserturm« besetzt mit einem kompakten Punktbau den Freibadperimeter Oberdorf in der nord-westlichen Ecke, angrenzend an die bestehende Parkierung und als Ersatz der bestehenden Freibadinfrastruktur. In der Ecke sitzend und als ein städtebauliches Gelenk ausgebildet thematisiert es die Vertikalität und verankert das Haus als ein wichtiges, öffentliches Gebäude im Siedlungsraum Dübendorf und seiner Baukultur. Das Konzept der Stapelung und als ein Kreis ausgebildet ermöglicht einen nachhaltigen Umgang mit der bestehenden Freibadfläche respektive generiert ein Maximum an Liegeflächen. Das Schwimmen in den Baumkronen vom Oberdorf wird dabei zum zentralen Thema. Die Variable des Grundwassers wird ohne ein notwendiges Untergeschoss ausgeschlossen.

Auftragsart

Wettbewerb

Bauherrschaft

Stadt Dübendorf

Jahr

2017

Adresse

Oberdorfstrasse 23
8600 Dübendorf

Visualisierungen

  • Scheitlin Syfrig Architekten

Die Adressierung des neuen Dübendorfer Frei- und Hallenbades liegt an der gleichen Stelle wie in der heute bestehenden Situation. Die Erschliessung der Parkplätze für den motorisierten Individualverkehr erfolgt ab der Oberdorfstrasse im Einbahnregime mit Ausfahrt am Eichstockweg. Die Anlieferung und Garagenzufahrt des neuen Hallenbadgebäudes erfolgt an dieser Position, ab dem Eichstockweg, auf einen dem Gebäude vorgelagerten Wende- und Abstellplatz. Die fussläufige Erschliessung erfolgt, komplett entflechtet vom motorisierten Verkehr, in direktem Weg ab der Oberdorfstrasse, vorbei an einem neuorganisierten, ungedeckten Veloparking, hin zum neuen Hallenbadgebäude.

Durch die städtebauliche Setzung des neuen zylindrischen Gebäudekörpers an der Abzweigung Oberdorfstrasse/Eichstockweg, in ungefährer Position des alten länglichen Volumens, kann die Einwirkung auf den bestehenden Freibad-Park auf ein minimales Mass reduziert werden. Der grösste Teil der bestehenden Freiflächen, mit dem eindrucksvollen, grossgewachsenen Baumbestand, kann integral erhalten werden. An den Schnittpunkten gegenüber dem Neubau und den neu organisierten Verkehrsflächen wird der Bestand sinngemäss ergänzt und weitergeführt. Die Fahrbereiche des Verkehrssystems sind in Asphalt gehalten, während die Parkplätze und das Veloparking chaussiert ausgeführt werden, was die Fläche versiegelter Beläge reduziert und durch locker eingestreute Gehölze das Saumthema am Eichstockweg weiterführt. Die Gehbereiche der neuen Anlagenteile orientieren sich in ihrer Materialität am bestehenden Betonpflaster des Freibadparks. Die Zuwegung erfolgt, ab der Oberdorfstrasse. Vorbei an, mit malerischen Gehölzen bestandenen, Pflanzinseln gelangen die Besucher hin zum Eingangsbereich des Hallenbades, oder, im Sommer, nach passieren des externen Kassenpavillons, direkt in die grosszügige Freibadanlage. Das Weiterführen des vorhandenen Gehölzbestandes, welcher die Anlage zum Glattufer im Osten, sowie zu den Verkehrsadern im Westen, rahmt, vermag es die bestehende, eindrückliche Parksituation zu komplettieren, spannende Raumbeziehungen zu generieren und den Neubau selbstverständlich in die bestehende Situation zu integrieren.Baustruktur

Es wird auf den Bau eines Untergeschosses verzichtet, somit entstehen keine Dichtigkeitsprobleme und Störungen des Grundwasserflusses werden minimiert. Die Gebäudelasten werden durch eine Pfahlfundation ins Erdreich geleitet. Die Lasten der Wasserbecken werden über die Wände des Erdgeschosses direkt auf die Fundation übertragen. Die Gebäudeaussteifung erfolgt über die drei Erschliessungskerne. Die Schwimmhalle wird mit einem Raumfachwerk überspannt, das auf den Kernen und den Fassadenstützen aufliegt. Vorgesehen ist ein vorgespanntes Betonfachwerk, eine Ausführung in Stahl ist denkbar.

Die bestehenden Räume für die Haustechnik Freibad bleiben erhalten. Die Wärmeerzeugung bleibt am bestehenden Ort und wird erneuert und mit einer Grundwasserwärmepumpe ergänzt, Anschluss neues Hallenbad über einen Fernleitungskanal. Die Chemieanlieferung und –verarbeitung bleibt am bestehenden Ort und ist damit vom Publikumsverkehr getrennt. Die Filteranlage für das Freibad ist effizient und bleibt konzeptionell gleich, wird aber saniert. Das neue Hallenbad wird mit Gebäudetechnik nach dem neusten Stand der Normen ausgestattet, die Anlage erfüllt den Minergiestandard. Das Aussenbecken wird über Nacht abgesenkt.

Gezielt wird im Projekt eine Entflechtung der Nutzungen vorgeschlagen. Im Erdgeschoss sind alle Bereiche, die gemeinsam von Freibad und Hallenbad benutzt werden: Anlieferung, Zugang, Restaurant, Umkleide, Verwaltung. Mit dem Verschieben der Becken und der Gebäudetechnik ins 1.OG entsteht im EG eine freie Zone, die von allen Seiten bespielt werden kann. Zwei Achsen teilen diese Zone kreuzartig auf in eine Erschliessung Betrieb und eine Erschliessung Badegäste. Vom Zugang aus sind Restaurant, Hallenbad und Wellness adressiert, vom gleichen Punkt aus sind auch die Aussenterrasse und das Freibad erreichbar. Technik im 1. OG führt zu sehr kurzen Leitungswegen für Lüftungsanlagen und weiterer Gebäudetechnik. Das Wellness auf dem Dach erlaubt viele Möglichkeiten für Zusatzangebote wie eine Bar, Aussenkneippanlagen oder ausgedehnte Liegeflächen.

Neubau Hallenbad Oberdorf, Oberdorfstrasse 23, 8600 Dübendorf