Städtebau

Industriestrasse

Die drei Häuser orientieren sich an der Dichte und der einheitlichen Fassadenhöhe des Quartiers. In einer primären Betrachtungsweise stärkt das Projekt durch die langezogenen Gebäudelemente entlang den Baulinien den Strassenraum des Bebauungsfeldes zwischen Tribschen, Frutt, Industriestrasse und Geissensteinring.

Bauherr

Privat

Jahr

2011

Auszeichnung

6. Preis

Adresse

Industriestrasse
6005 Luzern

Innerhalb des Bebauungsfeldes definieren die drei Gebäudevolumen angepasst an die bestehenden Baukörper zwei Aussenräume mit verschiedenen Nutzungen. Ein eher privater Aussenraum im Osten des Feldes für die Eingliederung der bestehenden Aussenräume und ein für die Überbauung geeigneter offener Innenhof zur Stärkung der Interaktion zwischen den unterschiedlichen Nutzer. Die Auflösung der Grossformen im Innern des Bebauungsfeldes in kleinere Einheiten definiert nicht nur die verschiedenen Zonen im Innenhof, sondern widerspiegelt die bestehende Bebauungsstruktur im unmittelbaren Umfeld. Das Positiv-/Negativ-Spiel zwischen Aussenraum und Gebäudevolumen fügt sich auf der einen Seite in die heterogene, urbane Quariersstruktur ein. Auf der anderen Seite jedoch bildet es eine starke Eigenindentität.

Währen die beiden Gebäudekörper A & B sowohl zum Arbeiten als auch zum Wohnen gedacht sind beinhaltet der Gebäudekörper C ausschliesslich Dienstleistungsflächen. Der Baukörper reagiert dabei auf zwei unterschiedliche Bedürfnisse. Zum einen dient er als Lärmbarriere zwischen dem stark befahrenen Geissensteinring und den Gebäudevolumen A & B. Zum anderen ermöglicht er einem Unternehmen ein eigenständiges Bürogebäude zu akquirieren. Das Erdgeschoss sowie das 1. Obergeschoss in den Gebäudekörpern A & B dient dem Kleingewerbe. Der flexible Grundriss ermöglicht eine nach den unterschiedlichen Bedürfnissen angepasste Raumaufteilung. Im Gebäudekörper B sind auch zweigeschossige Wohnateliers möglich.Die Wohneinheiten befinden sich in den Geschossen 2 bis 5 der Gebäudekörper A & B. Die Wohnungen sind zwei bis dreiseitig Orientiert und bieten Platz für unterschiedliche Wohnbedürfnisse. Eine gemeinsame Nutzung der grossen Dachflächen als zusätzlicher Aussenraum ist durchaus denkbar.

Die Platzierung der städtebaulichen Volumen dient einigen wichtigen gestalterischen Absichten der Aussenraumgestaltung. Auf der Massstabsebene des Quartiers wird auf die zwei unterschiedlichen Strassenseiten differenziert reagiert. Entlang des Geissensteinrings bildet eine repräsentative Fassade mit grosszügigem Eingang eine Hauptadresse. Begleitet wird sie von der vorgesehenen Baumreihe, die diese übergeordnete Strasse innerhalb des neuen Stadtquartiers betont. Eine kleine Öffnung im Ensemble von der Strasse zum Hof vermittelt einen gewissen Öffentlichkeitsgrad und Durchlässigkeit für Fussgänger. Die Industriestrasse orientiert sich dem entgegen eher an der Bescheidenheit des umliegenden Quartiers. Ein bestimmender Aspekt der gesamten Parzelle ist deren Orientierung. Eine grosszügige Öffnung Richtung Industriestrasse lässt die Sonne in die Tiefe der Parzelle, zum Haus im Hof hinein, strömen und gewährleistet die Adressbildung des Hofbaus. Der Hof und die anliegenden Räume des Erdgeschosses bilden eine lebendige Einheit zwischen Innen- und Aussenraum. Der mäandrierende Freiraum erschafft unterschiedliche Nischen mit differenziertem Charakter und Nutzungsangeboten. Leitbild des Hofes ist eine bewusst doppelt gehaltene Lesart zwischen elegantem, klaren Hofraum und einem sanften, informellen und lauschigen Hof der flexibel bespielt und angeeignet werden kann. Gruppen aus hohen, malerischen Robinien mit leichten Kronen in Kiesrasenbereichen stehen den bandartigen Betonplatten mit Kiesrasenfugen gegenüber. Auf eine feste Möblierung wird bewusst verzichtet, um eine flexible Bespielung des Raums zu ermöglichen. Freie Bestuhlung oder vielleicht Werke aus den umliegenden Ateliers verleihen dem Hof eine Intimität. Der Kiesrasen unterhalb der Bäume erlaubt zudem eine Erschliessung und Bestuhlung nach Lust und Laune der Nutzer, zudem trockenen Fusses bei jedem Wetter. Der Kiesrasen in den Belagsfugen verleiht dem Hof einen sanften, gemütlich grünen Schimmer. Als Übergang zu den Gärten der benachbarten Wohnhäuser ist der Spielbereich mit eine Ballwiese, Fallschutzbereich für Spielgeräte und Sand und Sitzgelegenheiten für Erwachsene.

Industriestrasse, Industriestrasse, 6005 Luzern